Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 416 / 22.04.2022

Stifter-Initiative Nürnberg verleiht Stifterpreis und stellt Programm vor

„Anstiften zum Stiften“ ist seit der Gründung im Jahr 2010 das Grundmotiv der Stifter-Initiative Nürnberg. Die Ende 2010 ins Leben gerufene Initiative hat sich das Motto „Informieren – Vernetzen – Ermutigen“ gesetzt. Partner der Stifter-Initiative sind die Stadt Nürnberg (Finanzreferat sowie Referat für Jugend, Familie und Soziales), die Sparkasse Nürnberg, die BrochierStiftung, die Bürgerstiftung Nürnberg, die HypoVereinsbank, die Ökumenische Stiftungsinitiative und seit Jahresbeginn 2022 die Stiftung „Deutschland im Plus“.

Der 9. Nürnberger Stifterpreis 2022

Seit 2014 verleiht die Stifter-Initiative den Nürnberger Stiftungspreis: Preisträger 2022 ist Gebhard Schönfelder für die Ursula-FischerSchwanhäußer-und-Gebhard-Schönfelder-Stiftung. Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg sagt: „Gebhard Schönfelder und seine verstorbene Frau setzen mit den Förderungen ihrer Stiftung Teilhabe-Chancen für junge Menschen um, für die sie sehr viel persönliche Lebenserfahrung einbringen können. Gebhard Schönfelder ist ein idealtypischer aktiver Stifter, der um Spenden wirbt, die Projekte auswählt und begleitet, und auch andere Stiftungen berät.“

Beim Nürnberger Stiftertag am 3. Juni wird der Preis offiziell verliehen.

Zweck der Ursula-Fischer-Schwanhäußer-und-Gebhard-SchönfelderStiftung ist die Förderung der Erziehung von Kindern und jungen Menschen, besonders aus bildungsfernen Familien, im kulturellen, musischen und allgemeinbildenden Bereich.

Planungen der Stifter-Initiative Nürnberg für 2022

Nach coronabedingten Onlineformaten sind die Partner der StifterInitiative optimistisch, dass der 10. Nürnberger Stiftertag unter dem Leitmotiv „Nachhaltig.Stiften.“ am Freitag, 3. Juni 2022, um 14.30 Uhr wieder live im Heilig-Geist-Saal, stattfinden kann. Die Initiative wird in den nächsten Wochen ausführlich über das geplante Programm informieren.

Ebenfalls im Heilig-Geist-Areal – in der zugehörigen Ratsstube – wird nach vierjähriger Pause wieder eine Dankveranstaltung für StiftungsGründerinnen und -gründer der letzten Jahre stattfinden.

Weitere Aktivitäten:

• 18. Mai: Präsentation der Stifter-Initiative im Stadtrat – ursprünglich vorgesehen zum 10. Jubiläum 2020
• Der E-Mail-Newsletter mit über 1 000 Abonnenten und monatlichem Erscheinen wird zum 125. Mal veröffentlicht. (Abo bestellen per Mail an: info@stifterinitiative.nuernberg.de)
• Sonderveröffentlichung Stiftungen im Magazin „sechs+sechzig“ im Mai, September und Dezember • Intensivierte Bewerbung der drei „Stifter- und Spenderverbünde“ der Stifter-Initiative
• Stiftungs-Führungen bei den Stadt(ver)führungen vom 16. bis 18. September 2022
• „Spuren hinterlassen – Zukunft gestalten“: Informationsveranstaltung für potentielle Stifterinnen und Stifter
• Weiterhin erhältlich ist die Broschüre „Vererben, Erben, Stiften in Nürnberg“ Auf 36 Seiten bündelt sie Informationen zu Motiven zur Stiftungsgründung, zu den verschiedenen Stiftungsformen, zur Gemeinnützigkeit, zum Stiften auch mit kleinem Kapital, zur Stiftungsgeschichte und vielem anderen mehr. Im Internet verfügbar unter: nuernberg.de/imperia/md/stifterinitiative/dokumente/sin-magazin2020_low.pdf

Zwischenbilanzen der Partner der Stifter-Initiative

Der Trend zum Stiften nahm in Deutschland im Jahr 2020 wieder zu: Seit 2011 wurden nicht mehr so viele Stiftungen geründet: 712 rechtsfähige neue Stiftungen.

Die Stiftung „Deutschland im Plus“ ist seit Januar 2022 jüngster Partner der Stifter-Initiative. Philipp Blomeyer (Vorstandsvorsitzender): „Die gemeinnützige Stiftung setzt sich seit 15 Jahren für die Überschuldungsprävention und ganz besonders für die finanzielle Bildung von Jugendlichen ein. Als Mitglied der Stifter-Initiative Nürnberg freuen wir uns über eine Stärkung der Nürnberger Stiftungslandschaft und den engen Austausch.“

2022 feiert die Sparkasse Nürnberg zehn Jahre Stiftergemeinschaft. Mathias Bauer (Direktor Stiftungen und Vermögensnachfolge): „Zehn Jahre nach der Gründung ist das Stiftungskapital der Stiftergemeinschaft auf 10 Millionen Euro angewachsen. Neben den aktiven Stiftern, die bereits zu Lebzeiten einen Stiftungsfonds eingerichtet haben, werden weitere Stiftungsfonds durch Testamente errichtet, so dass unter dem Dach der Stiftergemeinschaft mittlerweile insgesamt 228 (unselbstständige) Stiftungen versammelt sind.“

Die HypoVereinsbank begann vor rund 30 Jahren als eine der ersten Banken, die Vermögensberatung um den Aspekt der strategischen Vermögensplanung zu erweitern. Mit der Gründung der Stiftung HypoVereinsbank Stiftergemeinschaft im Oktober 2021 schuf die Bank für ihre Kundinnen und Kunden einen einfachen und unkomplizierten Zugang zur Stiftungswelt und bietet dadurch mehrere Möglichkeiten, schon mit relativ kleinen Beträgen eine Stiftung im eigenen Namen oder für einen bestimmten Zweck ins Leben zu rufen.

Lea Ebert von der Bürgerstiftung Nürnberg: „Wir werden auch in diesem Jahr das bürgerschaftliche Engagement fördern, damit die Nürnberger:innen mit Freude viele Projekte für ein noch lebens- und liebenswerteres Nürnberg initiieren und umsetzen können.“ Aktuell sind bereits zwei Benefiz-Veranstaltungen für die Ukraine-Geflüchteten geplant.

Die Brochier-Stiftung ist Gesellschafter des Hauses des Stiftens in München, die beispielhaft für die dynamische Entwicklung des Stiftungswesens steht: Im Mai 2021 verwaltete es fast 1 500 Stiftungen (meist Treuhandstiftungen) mit einem Stiftungsvermögen von rund 906,5 Millionen Euro.

Die Ökumenische Stiftungsinitiative, vertreten durch Armin Langmann: „Stiftungen aus dem Bereich der evangelischen und katholischen Kirche bieten die Möglichkeit zur Unterstützung, und die Initiative hat in den letzten Jahren allein zehn Neugründungen im Bereich Diakonie zu verzeichnen.“

Die Stiftungsverwaltung der Stadt Nürnberg, angesiedelt im Finanzreferat, verwaltet derzeit 61 Stiftungen mit einem Volumen von insgesamt über 300 Millionen Euro; zwei weitere Stiftungen sind in der Gründungsvorbereitung. Durch den prognostizierten langsamen Zinsanstieg und die Reform des Stiftungsrechts sieht die Stiftungsverwaltung positiv in die Zukunft.

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