Der nun fertiggestellte Bauabschnitt 3 der U3 endet am U-Bahnhof Nordwestring. Er umfasst neben den beiden Bahnhöfen Klinikum Nord und Nordwestring auch die dazugehörigen Tunnelstrecken und die an den U-Bahnhof Nordwestring anschließende Wendeanlage.
Mit dem ersten Rammschlag in der Heimerichstraße begannen am 11. Juni 2012 die Rohbauarbeiten. Am 17. Oktober 2012 erfolgte der Tunnelanschlag für den Bauabschnitt 3 und am 15. Januar 2014 der Tunneldurchschlag im Tunnelabschnitt zwischen Klinikum Nord und Nordwestring. Die Eröffnung dieses Betriebsabschnitts mit den Bahnhöfen Klinikum Nord und Nordwestring erfolgte am 22. Mai 2017.
Zum Schutz der vorhandenen Bebauung hinsichtlich Erschütterungen und sekundärem Luftschall durch den U-Bahnbetrieb wurden für den Bauabschnitt 3 die beiden Gleise entsprechend dem Schallschutzgutachten durch den Einbau eines Masse-Feder-Systems gedämmt.
Die Baukosten (ohne AGT) für den Bauabschnitt 3 betragen rund 79 Mio. Euro. Für den fahrerlosen Betrieb (AGT) kommen noch einmal rund 7 Mio. Euro dazu. Insgesamt wurde die Maßnahme mit rund 66 Mio. Euro durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Bayern bezuschusst.
Der Bahnhof Klinikum Nord liegt in einem dicht bebauten Wohngebiet in der Heimerichstraße. Er erschließt mit seiner Lage im eng besiedelten Stadtgebiet der Nordstadt im 500-Meter-Umkreis einen Einzugsbereich von ca. 12.000 Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Beschäftigten.
Der Bahnsteig verfügt über zwei direkte Zugänge von der Oberfläche zum Bahnsteig, bestehend aus jeweils einer Fest- und einer Fahrtreppe. Beide Aufgänge wurden zum Schutz vor der Witterung überdacht. Für mobilitätseingeschränkte Personen steht zusätzlich zu den Fahrtreppen ein entsprechend ausgestatteter Aufzug zur Verfügung. Er liegt östlich der Einmündung der Prof.-Ernst-Nathan-Straße. An den beiden Zugängen des U-Bahnhofs wurden insgesamt 52 Fahrradabstellplätze errichtet. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt über zurückhaltende, mit satiniertem Glas eingekleidete Eingangsbauwerke. Der Bahnsteig selbst ist mit warmtonigen goldenen Bahnsteigwänden gestaltet. In Verbindung mit den leisen sphärischen Hintergrundklängen soll der Bahnhof eine beruhigende und entspannende Wirkung auf die Fahrgäste haben.
Die zwischen den beiden neuen U-Bahnhöfen Klinikum Nord und Nordwestring liegende Tunnelstrecke hat insgesamt eine Länge von ca. 440 Metern und wurde in bergmännischer Bauweise ausgeführt. Die Trasse verläuft zunächst unter der Heimerichstraße bis zur Einmündung der Prießnitzstraße in Form von zwei eingleisigen Röhren. Daran schließt ein Teilstück von ca. 240 Metern als zweigleisige Tunnelröhre an, die sich dann wiederum in zwei eingleisige Röhren teilt. Die Trasse der Tunnelstrecke wird bestimmt durch die Lage der U-Bahnhöfe und verläuft unter der Heimerichstraße. Die Tunnelröhre zwischen dem Bahnhof Klinikum Nord und dem Bahnhof Nordwestring wurde in bergmännischer Spritzbetonbauweise aufgefahren. Als Anfahrschacht für die Tunnelröhren diente die Baugrube des Bahnhofs Nordwestring. Im Bereich der tiefsten Stelle des Tunnels in Höhe der Heimerichstraße 78 wurden ein Notausstieg und eine Tiefpunktentwässerung vorgesehen.
Der Bahnhof Nordwestring liegt unter dem Nordwestring zwischen der Bielefelder Straße und der Heimerichstraße. Der Bahnhof erschließt mit seiner Lage im 500-Meter-Umkreis einen Einzugsbereich von ca. 8.000 Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Beschäftigten.
Der Bahnsteig verfügt über zwei direkte Zugänge von der Oberfläche zum Bahnsteig, bestehend aus jeweils einer Fest- und einer Fahrtreppe. Beide Aufgänge wurden zum Schutz vor der Witterung überdacht. Der östliche Aufgang liegt in der Freifläche zwischen Nordwestring und Heimerichstraße. Der westliche Aufgang liegt im Bereich der Bielefelder Straße. Für mobilitätseingeschränkte Personen stehen zusätzlich zu den vorgesehenen Fahrtreppen zwei entsprechend ausgestattete Aufzüge zur Verfügung. An den beiden Zugängen des U-Bahnhofs wurden insgesamt 120 Fahrradabstellplätze errichtet. Die Aufgänge wurden mit einer filigranen Stahlkonstruktion überdacht, die auf der Südseite auch den Aufzug und die Bushaltestelle mit einbeziehen. Im Bahnhof selbst weisen die Wände grüne bzw. rote Streifen, mit wachsenden bzw. kleiner werdenden Abständen auf, die für Verzögerung und Beschleunigung stehen. Die Decken sind mit Spiegeln verkleidet, die den Raum höher wirken lassen und zudem überraschende, kaum kalkulierbare Effekte bieten. Die Atmosphäre des Bahnhofs soll als anregend, angenehm und zeitlos empfunden werden.
Die an den Bahnhof Nordwestring anschließende Tunnelstrecke verläuft als zweigleisiger Tunnel unter der Bielefelder Straße. Dieser Tunnelabschnitt wurde in offener Bauweise erstellt. Der Abschnitt ist als Wendeanlage zur Betriebsabwicklung erforderlich. Inklusive der dazu am Beginn des Bauwerks erforderlichen Weichenverbindung ergibt sich eine Gesamtlänge von ca. 170 Metern. Am Bauwerksende, westlich der Kreuzung Bielefelder/Dortmunder Straße, wurde ein für das Betriebspersonal erforderlicher Notausstieg angeordnet.