Seit Sommer 2023 liegen die Empfehlungen von international renommierten Stadion-Experten in Form einer Machbarkeitsstudie auf dem Tisch. Nachdem viele Jahre nur theoretisch über einen möglichen Umbau des Max-Morlock-Stadions geredet wurde, sind jetzt erstmals realistische Optionen auf dem Tisch. Die klare Empfehlung der Studie lautet: Der Vollumbau des Stadions und die Entwicklung des Umfelds für den Breitensport sollen forciert werden.
In den darauffolgenden Monaten wurden die Berechnungen und Entwürfe der Studie begutachtet, überprüft und gegengerechnet. Im Juni 2024 wurden dem Stadtrat die Ergebnisse vorgelegt. Die vorgelegten Berechnungen bestätigten die Annahme der Studie, dass der Vollumbau des Stadions insbesondere im Vergleich zum Erhalt des jetzigen Stadions langfristig mehr Einnahmen erzielen als Kosten verursachen würde. Auf dieser Basis hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, mit der Planung des Vollumbaus zu beginnen.
Der erste konkrete Planungsschritt hin zum Vollumbau des Stadions ist die Vorplanung. Im November 2024 hat der Stadtrat das Geld für diesen Planungsschritt bewilligt. Im März 2025 wurde Bürgermeister Christian Vogel damit beauftragt, ein entsprechendes Planungsbüro zu suchen. Im Zuge der Vorplanung wird untersucht, ob im Planungsprozess des Stadions auch eine zusätzliche Mantelbebauung berücksichtigt werden soll, wie mit der denkmalgeschützten Bausubstanz umgegangen wird und wo beim Stadionbau noch Einsparungen vorgenommen werden können.
Parallel zu diesem großen Planungsschritt werden viele kleine Schritte gegangen in Teilaspekten des Projekts:
Das Projekt "Zukunft Stadionareal" ist in mehreren Themengruppen organisiert. Diese treiben die Arbeit in den jeweiligen Themenbereichen voran. In der Steuerungsgruppe tauschen sich die Themengruppen regelmäßig aus und stimmen das weitere Vorgehen ab. Die Themengruppen widmen sich unter anderem folgenden Bereichen:
- Energie, Nachhaltigkeit und Umweltschutz
- Finanzierung und Wirtschaftlichkeit
- Konzeptentwicklung Stadion
- Umfeldentwicklung: Sportareal
- Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung
Ein Lenkungskreis, in dem die Stadtspitze und alle Fraktionen des Stadtrats vertreten sind, begleitet die Arbeit der Themengruppen und stellt die Schnittstelle zur Stadtpolitik dar. Außerdem wird der Stadion—Ausschuss des Stadtrats (der „Werkausschuss FSN“) regelmäßig eingebunden.
Im Sommer 2024 hat der Stadtrat beschlossen, dass im weiteren Projektverlauf mit einem Stadion geplant werden soll, dass 40.000 Sitzplätze fasst (bei Ligaspielen inklusive Stehplätzen ca. 50.000 Plätze), keine Rundlaufbahn mehr hat und sowohl mehr VIP-Plätze und Logen, als auch mehr barrierefreie Plätze und Stehplätze bietet. Im Frühling 2025 hat der Stadtrat diese Festlegungen bekräftigt. Was das Stadion alles können soll wurde in einer digitalen Veranstaltung präsentiert und diskutiert:
Wie geht es darauf aufbauend weiter? Ein Bauprojekt durchläuft verschiedene Leistungsphasen. Von Phase zu Phase werden die Planungen und Berechnungen genauer und detailreicher. Aus einem Kostenrahmen wird eine Kostenschätzung und später eine Kostenberechnung. Aus einer groben Funktionalplanung wird eine feine Planung und später werden Material, Farben und Formen zur Umsetzung entschieden.
Für das Nürnberger Stadionprojekt wurde 2024 eine Funktionalplanung erstellt, ein Kostenrahmen berechnet und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen. Jetzt befindet sich das Projekt gerade auf dem Sprung dahin, dass eine Vorplanung erstellt wird. Die Haushaltsmittel hierfür hat der Stadtrat im November 2024 genehmigt und im März 2025 hat der Rat beschlossen, dass die Suche nach einem Planungsbüro gestartet werden soll. Entsprechend dem Stadtratsbeschluss wird derzeit untersucht, ob im Planungsprozess des Stadions auch eine zusätzliche Mantelbebauung berücksichtigt werden soll und wo bei den Baukosten noch Einsparungen möglich sind.
Außerdem werden basierend auf den Beschlüssen des Stadtrats die noch offenen Fragen rund um die Stadionplanung planerisch betrachtet und mit der Öffentlichkeit diskutier, bevor sie dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.
Eine Mantelnutzung, also an das Stadion angegliederte Nutzungen wie z.B. ein Bürogebäude, Arztpraxen oder Einkaufsmöglichkeiten, wurde vor dem Stadtratsbeschluss im Juni 2024 geprüft. Bei dieser Prüfung ließ sich nicht nachweisen, dass eine Mantelnutzung wirtschaftlich wäre. Die Idee ist damit aber noch nicht vom Tisch. Da eine Mantelbebauung ohne zusätzliche Versiegelung einen Mehrwert für das Stadion und das umliegende Areal bieten würde, wird aktuell nochmal mit neuen Ideen geprüft, was sich sinnvoll ans Stadion angliedern ließe. Die Idee, ein Großprojekt wie ein Hotel oder Kongresszentrum am Stadion anzusiedeln wird aktuell nicht weiter verfolgt.
Das Max-Morlock-Stadion ist in der Liste der Baudenkmäler aufgeführt. Es ist Teil des Flächendenkmals ehemaliges Reichsparteitagsgelände, weshalb jede bauliche Veränderung auf dem Gelände mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden muss. Beim Stadion selbst steht vor allem die achteckige Form unter Denkmalschutz. Auch einzelne Bauteile, zum Beispiel die Fassade der Haupttribüne, sind noch vom Originalbau von 1928 erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Wie damit im weiteren Planungsprozess umgegangen wird, ist aktuell Gegenstand von Gesprächen. Fakt ist, dass die Berechnung des Kostenrahmens ergeben hat, dass ein Erhalt der Fassade mit Mehrkosten verbunden wäre. Diese Feststellung ist die Grundlage für die laufenden Gespräche. Eine Entscheidung wird vermutlich nicht kurzfristig fallen, sondern erst erfolgen, nachdem in den kommenden Planungsphasen Entwürfe zum Umgang mit der historischen Bausubstanz vorliegen.
Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, die Gründung einer Objektgesellschaft vorzubereiten. Beim Stadion-Vollumbau soll also nicht die Stadt oder der 1. FC Nürnberg als Bauherr auftreten, sondern eine Gesellschaft, an der beide und eventuell auch weitere Projektpartner beteiligt sind. Diese Objektgesellschaft soll Planungen und Bau betreuen und sich später als Eigentümer des Stadions darum kümmern, dass das Stadion in Schuss gehalten wird.
Die Gründung der Gesellschaft wird vor der geplanten Vergabe der Bauleistung aber erst nach einer Abstimmung mit der Finanzverwaltung erfolgen. Der Stadtrat hat im März 2025 dem Vorschlag von Bürgermeister Christian Vogel zugestimmt, dass die Planungen und Bauleistungen perspektivisch durch einen Totalübernehmer/-unternehmer erfolgen sollen, der zu gegebener Zeit über eine Ausschreibung gesucht wird.
Die Stadt Nürnberg und der 1. FCN beabsichtigen, sich jeweils mit 30 Mio. € Eigenkapital am Bau zu beteiligen und haben auf dieser Grundlage eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben.
Auf Basis der Annahmen dieser Wirtschaftlichkeitsuntersuchung aus dem Jahr 2024 ist das Stadionprojekt unter Berücksichtigung aller stadionbezogenen Einnahmen und Ausgaben in der Lage, ohne Verlustausgleich durch die Stadt Nürnberg die angesetzten Fremdfinanzierungskosten zu tragen und zusätzlich einen Mehrerlös zu generieren. Sollte durch öffentliche Förderung (z.B. durch das Land) oder zusätzliches Eigenkapital die notwendige Fremdkapitalaufnahme reduziert werden können, würde dies die Wirtschaftlichkeit deutlich erhöhen.
Jede Wirtschaftlichkeitsanalyse ist eine Momentaufnahme, die auf den jeweiligen verfügbaren Annahmen basiert. Im Projektfortschritt werden diese Annahmen fortlaufend überprüft und dafür gesorgt, dass die zur Wirtschaftlichkeit beitragenden Annahmen gesichert und bis zu einer verbindlichen Vergabeentscheidung für den Umbau so weit als möglich vertraglich fixiert und zu einem Finanzierungskonzept zusammengeführt werden. Dies gilt insbesondere auch für die finanzielle Beteiligung des 1. FCN sowie möglicher Partner und öffentlicher Förderungen.
Anfang des Jahres 2025 hat eine Untersuchung ergeben, dass bei den bisherigen Berechnungen die angenommenen Ticketeinnahmen in einem neugebauten Stadion möglicherweise zu optimistisch angesetzt waren. Nachdem die Folgen dieser finanziellen Unklarheit diskutiert wurden, haben sich die Beteiligten auf finanzielle Rahmenbedingungen geeinigt, mit denen das Projekt fortgeführt wird. Die Baukosten sollen reduziert werden, die Pacht soll den FCN nicht überfordern aber erfolgsabhängig steigen und die Stadt wird sich wenn nötig stärker einbringen. Angepasste Zahlen werden veröffentlicht, wenn die neuen Planungen vorliegen.
Das erklärte Ziel ist, ein möglichst nachhaltiges Stadion zu bauen. Das bedeutet, dass der Bau möglichst ressourcen- und umweltschonend erfolgen soll, aber auch, dass das Stadion im späteren Betrieb möglichst nachhaltig sein soll. Der Umbau des bestehenden Stadions hat hier große Vorteile gegenüber einem möglichen Neubau an anderer Stelle. Im errechneten Kostenrahmen sind erhöhte Nachhaltigkeitsstandards eingepreist.
Ein großer Fokus liegt auf der Planung eines gemeinsamen Energieverbunds zur nachhaltigen Energieversorgung von Stadion, ARENA, NürnbergMesse und der Technischen Universität.
Weitere nachhaltige Bausteine wurden identifiziert und werden in den Stadionplanungen zu gegebener Zeit eingespeist. Hierzu fanden Gespräche mit Fachleuten statt, zum Beispiel mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der EURO 2024.
Auch die Annahmen und Empfehlungen der Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Stadionumfelds wurden eingehend funktional und planungsrechtlich betrachtet. Die Anlagen für den Vereins- und Breitensport werden planerisch vorangetrieben. Ein möglicher Zeitpunkt der Umsetzung kann noch nicht zeitlich verortet werden.
Aktuell werden Gutachten und Untersuchungen für die Bausteine der Umfeldentwicklung eingeholt und Alternativstandorte geprüft, insbesondere für das angedachte kleine Leichtathletikstadion.
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