Die Pfandpflicht dient der Abfallvermeidung. Eine Mehrwegflasche aus PET wird bis zu 25 Mal und eine Mehrwegflasche aus Glas bis zu 50 mal wieder befüllt, bevor sie ins Recycling geht. Die Einwegflasche wird nur ein einziges Mal befüllt. Damit ersetzt ein Kasten mit 20 Mehrwegflaschen aus Glas – bei gleichem Volumen – 1 000 Einwegflaschen!
Vier gute Gründe für Mehrweg
Da die Mehrwegflasche oft neu befüllt werden kann, sind die Einsparungen von Rohstoffen gegenüber Einwegverpackungen erheblich. Mehrweg leistet so einen bedeutenden Beitrag zur Schonung von Ressourcen.
Die benötigte Energie für die Herstellung einer Mehrwegflasche ist im Vergleich zu Einwegverpackungen sehr gering. Trotz Reinigungsaufwand und Rücknahmetransporten der Mehrwegflaschen verbraucht Einweg drei bis fünf Mal soviel Energie wie vergleichbare Mehrwegverpackungen.
Während Getränke in Einwegverpackungen oft durch halb Europa transportiert werden, nutzen hauptsächlich regionale Abfüller Mehrwegsysteme. Nirgendwo auf der Welt gibt es auf gleichem Raum so viele mittelständische Brauer, Mineralbrunnen und Fruchtsafthersteller wie in Deutschland. Während Getränke von regionalen Abfüllern überwiegend in handwerklichen traditionellen Verfahren hergestellt werden, haben Einwegsysteme in der Regel weniger Aufwand an Investitionen und Arbeitskräften mit entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Noch vier Tipps zum Thema
Nicht alle Pfandflaschen werden wieder zum Handel zurückgebracht. Meist aus Bequemlichkeit, teils auch, weil Händler nur die Art Behälter zurücknehmen dürfen, die sie selbst im Sortiment haben. Frustrierte Kunden werfen dann bepfandete Einweg- und auch Mehrwegverpackungen in den Restmüll, bestenfalls noch in die Gelbe Tonne oder in die Glascontainer. Wie viel Geld dabei verschenkt wird, zeigt ein Beispiel: Eine Dose Bier (Einweg) ist mit 25 Cent bepfandet, eine Glas- oder PET-Flasche (Mehrweg) mit 15 Cent.
Wer Mehrweg kauft zahlt nur 8 Cent Pfand (eine Flasche Bier) bzw. 15 Cent Pfand (zum Beispiel ein Mineralwasser). Einweg-Getränkeverpackungen sind nicht ökologisch sinnvoll, deshalb muss für Einweg einheitlich 25 Cent pro Getränkeverpackung bezahlt werden. Mit Mehrweg können Sie rechnen.
Die Pfandpflicht dient der Abfallvermeidung. Trotzdem gibt es pfandfreie Getränkeverpackungen zum Beispiel für Fruchtsäfte, Milch, Joghurt in Getränkekartons, den sogenannten Tetrapacks, die als ökologisch vorteilhaft eingestuft werden und über die Gelbe Tonne vollständig recycelt werden können – denn nicht der Inhalt, sondern die Umweltverträglichkeit der Verpackung ist beim Pfand entscheidend. Wein, Sekt und Spirituosen bilden eine Ausnahme. Sie sind pfandfrei, weil es hier keine einheitlichen Pfandflaschen geben kann, denn die Importe dieser Getränke kommen aus über 70 Ländern der Erde und werden vor allem bei edleren Tropfen über Jahre gelagert.
Auf Mehrwegflaschen steht das Wort "Mehrweg".
Weitere Hilfestellung bieten die Umweltzeichen "Der Blaue Engel" und "Mehrweg – Für die Umwelt".

Umweltzeichen "Blauer Engel"

Umweltzeichen "Mehrweg – Für die Umwelt"

Einwegflaschen erkennt man an diesem Logo.