Quellen und Forschungen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg 47

Johannes Müllner, Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg von 1623 Teil IV: 1545–1600

Herausgegeben und bearbeitet von Michael Diefenbacher unter Mitwirkung von Horst-Dieter Beyerstedt, Walter Gebhardt, Helge Weingärtner, Nürnberg 2024, XI, 1175 S.

ISBN 978-3-925002-47-2
Erhältlich im Stadtarchiv Nürnberg
Verkaufspreis: 44 EUR

Vor 401 Jahren, im Jahr 1623, beendete der Nürnberger Ratsschreiber Johannes Müllner (1565–1634) sein Hauptwerk „Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg“, eine chronologisch geordnete Geschichte Nürnbergs von den Anfängen bis 1600. Am 22. Oktober 1623 überreichte er dem Rat der Stadt das abgeschlossene Werk zusammen mit einem achtseitigen Präsentationsschreiben. An dieser Chronik arbeitete er 25 Jahre lang. Die Quellen des reichsstädtischen Archivs waren ihm als Registrator in der Ratskanzlei und als Ratsschreiber zugänglich. So benutze er neben den Urkunden auch die seriellen Quellen des Archivs wie beispielsweise Briefbücher, Ratsbücher, Ratsverlässe oder Stadtrechnungen, aber auch Chroniken und Geschichtswerke.

Müllners eigenhändiger Entwurf der „Annalen“ umfasst sechs Bände, ab 1617 fertigten drei Kopisten eine vier Bände starke Reinschrift an. Die Reinschrift bildet die Grundlage für die wissenschaftlich bearbeitete Edition. Der Entwurf und die Reinschrift befinden sich heute im Staatsarchiv Nürnberg.

1958 fasste der Nürnberger Stadtrat den Beschluss, die Annalen zu edieren und beauftragte damit das Stadtarchiv Nürnberg. 1972 erschien Band I der Edition „Von den Anfängen der Stadt bis 1350“, bearbeitet von Dr. Gerhard Hirschmann. 1984 folgte Band II über den Zeitraum 1351 bis 1469, ebenfalls bearbeitet von Dr. Gerhard Hirschmann. 2003 erschien dann Band III, der den Zeitraum von 1470 bis 1544 behandelt, bearbeitet durch Dr. Michael Diefenbacher. Und nun konnte 2024 die Arbeit am IV. und letzten Band für den Zeitraum von 1545 bis 1600 beendet werden, ebenfalls bearbeitet von Dr. Michael Diefenbacher. Ein großes Forschungsprojekt wird nach 66 Jahren abgeschlossen.

In dem vierten Band der „Annalen“ werden Themen der Reichspolitik, die Standpunkte des Nürnberger Rats und das Religionsgeschehen bevorzugt geschildert. Müllner berichtet aber auch über alltägliche Begebenheiten – beispielsweise über Bauvorhaben, über wichtige gesellschaftliche und innenpolitische Vorkommnisse, über das Wetter, über Hochwasser, Seuchen, Verbrechen und Unfälle –, aber erwähnt auch Außergewöhnliches wie das Auftauchen von Kometen oder übermäßig viele Hochzeiten.

Die „Annalen der Reichsstadt Nürnberg“ von Johannes Müllner gelten als das bedeutendste Werk der reichstädtischen Geschichtschreibung. Nach eigener Angabe hat ihn die Nürnberger Chronik des Sigmund Meisterlin von 1485/88 dazu angeregt.

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